
Der erste Stolperstein in der Stadt für einen vergessenen Widerständler
Aegidiistr. 51, Münster
Gemeinsasm mit dem Verein "Spuren finden" wurde am 9. Dezember an seinem letzten Wohnort ein Stolperstein für Heinrich Harms verlegt.
Er wurde durch die Nazis zweimal angeklagt und verurteilt. Ein erstesmal im Jahre 1935 für aktiven Widerstand gegen das Regime und dem Vorwurf "Vorbereitung zum Hochverrat" u.a. wegen des Druckens und Verteilens von Flugblättern zur letzten Reichstagswahl am 5. März 1933. Gemeinsam mit zwei Dutzend Angeklagten wurde er für seinen aktiven Widerstand bestraft.
Nach seiner Entlassung aus der Haft gründete Heinrich Harms mit seiner Frau eine Fischhandlung. Diese befand sich zunächst an der Steinfurter Straße und später näher im Zentrum, an der Aegidiistraße 51.
Im Jahre 1943 wurde er gemeinsam mit anderen Männern denunziert, wegen des "Abhörens von Feindsendern" angeklagt und im August 1943 zu 5 Jahren Zuchthaus verurteilt.
Er kam während der Haft in das KZ Börgermoor-Esterwege und verstarb dort nach kurzer Zeit an den schlimmen Haftbedingungen und den Mangelerscheinungen.
Nach dem Krieg wurde das Urteil gegen ihn aufgehoben und seine Familie erhielt eine Entschädigung im Rahmen des BEG.

Durch meine Recherchen konnte ich seinen Enkel finden der bei der Verlegung aus dem Leben seines Großvaters berichtete und auch darüber sprach, wie sein Schicksal und sein Leid in der Familie nachwirkte. Mehrere Mitglieder der Familie waren anwesend.
Vor dem Haus an der Aegidiistraße 51 kann man den Stolperstein jetzt finden.

Fotos von der Verlegung
Einige Eindrücke von der Verlegung des Stolpersteins.

Villa ten Hompel - 11. Dezember
Erinnern an den Widerstand der Arbeiterbewegung Münsters gegen den Nationalsozialismus,


Bericht über den Stand der Recherchen vor vollem Saal mit 70 Interessierten
Am Erinnerungstag für den Beginn der Deportation der Juden aus Münster nach Riga 1943 konnte ich den Zwischenstand meiner Recherchen in der Villa ten Hompel vorstellen.
Der Saal war bis zum letzten Platz belegt mit interessiert Zuhörenden.
Im Anschluß gab es noch eine intensive und lebhafte Diskussion zum Thema welches viele als auch heute noch aktuell beschrieben.
Zu Beginn wurden Gedenkblätter für Verfolgte vorgestellt. Darunter auch vier Personen aus dem Personenkreis der Widerständler aus meinem Projekt.
Ich bin froh, dass es gelungen ist, lebenden Nachfahren zur Erstellung und zum Vortrag der Erinnerungen an Ihre Vorfahren zu motivieren. Ein bewegender Moment der Erinnerung an ihr Schicksal.
Vorgetragen wurden Gedenkblätter für
- Heinrich Harms
- Bernhard Vermillion
- Johann und Theodor Hautopp
Mit Unterstützung des kleinen Bilderladens aus MS-Wolbeck konnten auch zwei Staffeleien mit bislang vorliegenden Fotos der Widerständler gezeigt werden.
In meinen Vortrag habe ich die kurz nach der Machtübergabe am 30. Januar 1933 beginnende Verfolgung der Regimegegner und ihre Verhaftung, Folterung, Anklage und Verurteilung nacherzählt.
Insgesamt fast 100 Namen sind mir inzwischen aus dieser Stadt dazu bekannt.
Zwei Gruppen wurden in großen Prozessen verurteilt:
- Rot Frontkämpfer Bund
- Roter Arbeiter
Vorwürfe waren "Hochverrat" für das Drucken und Verteilen von "Propaganda" gegen das NS-Regime und die Warnung vor der Kriegsgefahr.
Urteile ergingen mit bis zu 10 Jahren Zuchthaus.
Einige Verfolgte konnten sich der Verhaftung enziehen und gingen ins Exil nach Holland und von dort in die "internationalen Brigaden" im Kampf gegen Franco in Spanien.
Mehrere starben im KZ oder als Soldaten im Strafbataillon 999.
Nach dem Krieg konnte die Verfolgten oder ihre Erben Anträge auf Entschädigung stellen. Auch dies habe ich erforscht.
Impressionen von der Veranstaltung
Bilder vom Vortrag der Gedenkblätter und der Fotosammlung der Verfolgten
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